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Projektbeschreibung TP09

Bild Projektleiter

Projektleiter

Prof. Dr. Klaus Stark
Robert-Koch-Institut
Abteilung für Infektionsepidemiologie

Dr. Dirk Werber
Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo)

Titel: Bevölkerungsbezogene Studie zu Risikofaktoren und zur molekularen Epidemiologie von Campylobakteriosen beim Menschen

Campylobacter-Infektionen sind die häufigsten bakteriellen zoonotischen Erkrankungen, die in Deutschland gemäß Infektionsschutzgesetz an das Robert Koch-Institut übermittelt werden (ca. 65.000 übermittelte Infektionen im Jahr 2010). Im Gegensatz zu anderen lebensmittelbedingten bakteriellen Zoonosen, z.B. Salmonellosen, konnte ein Rückgang der Meldezahlen über den Zeitraum 2001-2010 nicht beobachtet werden. Die Ermittlung von Risikofaktoren und Kenntnis der bedeutendsten Infektionsquellen sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung von wirksamen Präventionsmaßnahmen zur Verringerung von Campylobacter-Infektionen in Deutschland. In einer bevölkerungsbezogenen Fall-Kontroll-Studie in der Region Berlin/Brandenburg werden altersspezifische Risikofaktoren für sporadische, d.h. nicht im Rahmen von Krankheitsausbrüchen auftretenden Campylobacter-Infektionen ermittelt. Dafür werden erkrankte Personen („Fälle“) und nicht-erkrankte Personen („Kontrollen“) anhand eines detaillierten Fragebogens zu möglichen Risikofaktoren, z.B. Verzehr bestimmter Lebensmittel oder Tierkontakt, befragt und hinsichtlich ihrer Expositionshäufigkeit verglichen. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen epidemiologischen Expositionsdaten (z.B. Verzehr bestimmter Lebensmittel) und sequenzbasierten Typisierungsdaten (Multilocus-Sequenztypisierung; MLST) von Campylobacter-Isolaten (Human-, Lebensmittel-, Tier-, Umweltisolate) in Zusammenarbeit mit Teilprojekt 6 (Prof. Suerbaum; Med. Hochschule Hannover) untersucht. Die direkte Verknüpfung der MLST-Sequenzdaten der Campylobacter-Isolate von erkrankten Studienteilnehmern mit epidemiologischen Expositionsdaten sowie Daten zum Vorkommen bestimmter MLST-Typen in Lebensmitteln, Tieren und Umweltproben in derselben geografischen Region erlaubt es, quantitativ abzuschätzen, welche Infektionsvehikel bzw. –quellen von besonderer Bedeutung sind.


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